Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein: Was Sie wirklich brauchen (2026)

Sie wollen Ihren Führerschein machen und fragen sich, was es mit dem Erste-Hilfe-Kurs auf sich hat? Die gute Nachricht zuerst: Sie machen ihn einmal, und er gilt für immer. Kein Ablaufdatum, keine Wiederholung, keine Ausnahme.

Die schlechte Nachricht: Es gibt ein paar Fallstricke, die Fahrschüler regelmäßig Zeit und Geld kosten. Dieser Artikel erklärt Ihnen genau, was gesetzlich gefordert wird, was online möglich ist und was nicht, und wie Sie den Kurs am schnellsten hinter sich bringen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Pflicht für alle Führerscheinklassen: A, B, C, D, alles gleich
  • Umfang: mindestens 9 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten (§19 FeV)
  • Einmalig, der Nachweis gilt lebenslang, kein Ablaufdatum
  • Muss vor der Führerscheinprüfung vorliegen
  • Kurs muss Theorie und Praxis enthalten, reine Online-Kurse reichen für die Anmeldung nicht
  • Alte LSMU-Bescheinigungen (vor 2016) sind seit 2019 nicht mehr gültig

Was sagt §19 FeV genau?

§19 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) ist knapp formuliert: Wer einen Führerschein beantragt, muss eine Schulung in Erster Hilfe nachweisen. Diese Schulung umfasst mindestens 9 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten, also 6 Stunden und 45 Minuten reine Unterrichtszeit, aufgeteilt auf Theorie und Praxis.

Die Schulung muss bei einer amtlich anerkannten Stelle absolviert werden. Das sind in der Regel Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter, die Malteser oder der Arbeiter-Samariter-Bund, aber auch zugelassene private Anbieter.

Seit dem 1. April 2015 gilt für alle Führerscheinklassen derselbe Kurs. Es gibt keinen „kleinen“ oder „großen“ Erste-Hilfe-Kurs mehr. Egal ob Sie Klasse B (PKW), A (Motorrad), C (LKW) oder D (Bus) machen, die Anforderungen sind identisch.

Was passiert im Kurs?

Der Kurs ist in Theorie und Praxis aufgeteilt. Die meisten Anbieter gestalten ihn als Ganztag, Sie kommen morgens und gehen nachmittags mit Ihrer Bescheinigung.

Typische Inhalte:

  • Notruf absetzen: Wann und wie rufen Sie den Rettungsdienst (112)?
  • Absichern einer Unfallstelle: Warndreieck, Warnweste, erste Maßnahmen
  • Stabile Seitenlage: Bewusstlose Personen richtig lagern
  • Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW): Herzdruckmassage und Beatmung an der Übungspuppe
  • AED-Einsatz: Umgang mit dem automatischen Defibrillator
  • Wundversorgung: Blutungen stoppen, Druckverbände anlegen
  • Schockbehandlung, Verbrennungen, Vergiftungen

Der Praxisanteil ist gesetzlich vorgeschrieben, Sie üben also wirklich mit Ihren Händen, nicht nur mit dem Kopf. Das ist auch der Grund warum ein reiner Online-Kurs die Anforderungen nicht vollständig erfüllen kann.

Was kann ich online machen, und was nicht?

Hier herrscht viel Verwirrung, und die Antwort ist präziser als die meisten denken:

Den Theorie-Teil können Sie online vorbereiten. Ein Online-Kurs vermittelt Ihnen alle theoretischen Inhalte (Notruf, Ablauf bei Unfällen, Grundlagen der Wiederbelebung), und Sie bekommen eine Teilnahmebescheinigung. Das ist eine sinnvolle Vorbereitung: Wer die Theorie schon kennt, lernt im Präsenzkurs schneller und sicherer.

Den vollständigen Nachweis für die Führerscheinanmeldung ersetzt ein Online-Kurs nicht. Dafür brauchen Sie zwingend den Präsenzkurs mit Praxisanteil bei einem amtlich anerkannten Anbieter.

Unser Online-Kurs ist genau für die Vorbereitung gemacht: Sie lernen die Theorie in 45 Minuten, bekommen eine Teilnahmebescheinigung und gehen deutlich entspannter in Ihren Präsenzkurs.

Wann muss der Kurs gemacht werden?

Die Bescheinigung muss spätestens bei der Anmeldung zur Führerscheinprüfung vorliegen. Viele Fahrschulen verlangen sie aber schon früher, oft bereits zu Beginn der theoretischen Ausbildung. Am besten fragen Sie direkt bei Ihrer Fahrschule nach.

Tipp: Machen Sie den Kurs früh. Kurse bei DRK, Johannitern und Co. sind in Stoßzeiten (Januar bis März) oft wochenlang ausgebucht. Wer kurz vor der Prüfung merkt, dass er noch keinen Kurs hat, hat ein Problem.

Achtung: Alte LSMU-Bescheinigung gilt nicht mehr

Bis 2016 gab es statt des heutigen Erste-Hilfe-Kurses den Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort“ (LSMU), den sogenannten „kleinen“ Erste-Hilfe-Kurs. Wer diesen gemacht hat, muss aufpassen: Die LSMU-Bescheinigung wird seit 2019 nicht mehr akzeptiert.

Wenn Sie also eine alte Bescheinigung aus der Zeit vor 2016 haben, ist sie für die Führerscheinanmeldung wertlos. Sie müssen den aktuellen 9-UE-Kurs nachholen.

Kosten und Anbieter

Ein Erste-Hilfe-Kurs kostet je nach Anbieter und Region zwischen 25 und 50 Euro. DRK, Johanniter, Malteser und ASB liegen meist im unteren Bereich. Private Anbieter sind teils günstiger, teils teurer. Eine genaue Aufschlüsselung finden Sie im Artikel Was kostet ein Erste-Hilfe-Kurs.

Worauf Sie bei der Anbieterwahl achten sollten:

  • Ist der Anbieter amtlich anerkannt gemäß §68 FeV?
  • Umfasst der Kurs nachweislich 9 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten?
  • Enthält er einen Praxisanteil mit Übungen an Puppen?
  • Bekommen Sie eine offizielle Teilnahmebescheinigung?

Wenn ein Anbieter alle vier Punkte erfüllt, ist der Kurs für die Führerscheinanmeldung anerkannt.

Häufige Fragen zum Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein

Muss ich den Erste-Hilfe-Kurs vor oder nach der Fahrschule machen?

Sie können ihn parallel zur Fahrschulausbildung machen, aber Sie müssen die Bescheinigung spätestens bei der Prüfungsanmeldung vorlegen. Viele Fahrschulen verlangen sie bereits zu Beginn. Am sichersten ist es, den Kurs früh zu absolvieren.

Gilt der Kurs für alle Führerscheinklassen?

Ja. Seit April 2015 gibt es einen einheitlichen Kurs für alle Klassen: A, B, C, D und alle Unterklassen. Wer bereits einen Erste-Hilfe-Kurs nach aktuellem Standard gemacht hat und eine weitere Klasse hinzufügt, muss keinen neuen Kurs machen.

Wie lange ist der Nachweis gültig?

Lebenslang. Es gibt kein Ablaufdatum für den Führerschein-Nachweis. Eine Ausnahme gibt es nur für sehr alte Bescheinigungen aus der Zeit vor 2016, die LSMU-Bescheinigung wird seit 2019 nicht mehr akzeptiert.

Zählt ein Online-Kurs für den Führerschein?

Ein reiner Online-Kurs reicht für die Führerscheinanmeldung nicht aus, weil der Praxisanteil fehlt. Er eignet sich aber hervorragend zur Vorbereitung auf den Präsenzkurs. Sie lernen die Theorie vorab, sind entspannter im Kurs und vertiefen das Wissen besser.

Was passiert, wenn ich einen nicht anerkannten Kurs gemacht habe?

Die Führerscheinstelle akzeptiert die Bescheinigung nicht und Sie müssen den Kurs wiederholen. Das kostet Zeit und Geld. Prüfen Sie deshalb vorher, ob Ihr Anbieter gemäß §68 FeV zugelassen ist.

Kann ich den Kurs im Ausland machen?

Das liegt im Ermessen der deutschen Führerscheinstelle. Grundsätzlich werden EU-Bescheinigungen oft akzeptiert, aber es gibt keine einheitliche Regelung. Sicherer ist ein Kurs bei einem deutschen, anerkannten Anbieter.

Fazit

Der Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein ist kein Bürokratie-Monster. Neun Unterrichtseinheiten, einmal absolviert, lebenslang gültig. Sie brauchen einen Präsenzkurs bei einem anerkannten Anbieter, und wenn Sie sich vorher online vorbereitet haben, ist der Tag entspannt und Sie gehen mit echtem Wissen nach Hause.

Weiterführende Artikel: Wenn Ihr Erste-Hilfe-Schein abgelaufen ist, erkläre ich Ihnen dort genau, was das bedeutet und was Sie tun müssen. Wer wissen will, wie lange ein Erste-Hilfe-Kurs dauert, findet alle Zeitangaben im Überblick. Alternativ zur Präsenz bietet sich der Online Erste-Hilfe-Kurs zur Vorbereitung an. Und wenn Sie bereits einen Kurs hatten und ihn nach zwei Jahren wieder auffrischen müssen: alles dazu im Artikel zum Erste-Hilfe-Kurs auffrischen. Den genauen Wortlaut des Gesetzes erklärt der Artikel zu §19 FeV. Was auf der Bescheinigung steht und was sie bedeutet: Erste-Hilfe-Bescheinigung erklärt.

Dominik

DominikEhemaliger Rettungshelfer & Fachautor

Dominik ist ehemaliger Rettungshelfer mit mehrjähriger Einsatzerfahrung und langjährigem ehrenamtlichem Engagement beim Technischen Hilfswerk (THW). Die Kursinhalte basieren auf den aktuellen ERC-Leitlinien 2021/2025.

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