Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – ihr Körper reagiert anders, die häufigsten Notfälle sind andere, und manche Erste-Hilfe-Techniken müssen angepasst werden.
Der wichtigste Unterschied: Kinder fallen durch Sauerstoffmangel aus
Bei Erwachsenen ist der häufigste Grund für einen Herzstillstand ein Herzproblem. Bei Kindern entsteht er fast immer durch Sauerstoffmangel – durch Ersticken, Ertrinken oder Atemstillstand. Die Leitlinien empfehlen deshalb bei Kindern 5 initiale Beatmungen bevor mit der Herzdruckmassage begonnen wird.
Herzdruckmassage bei Kindern: Technik und Tiefe
- 5 initiale Beatmungen
- 30 Kompressionen – ca. 5 cm tief, 100-120/min
- 2 Beatmungen
- Rhythmus 30:2 fortsetzen
Herzdruckmassage bei Säuglingen (unter 1 Jahr)
Die ERC-Leitlinien 2025 empfehlen die 2-Daumen-Umgreif-Technik: Beide Daumen nebeneinander auf das untere Drittel des Brustbeins, Hände umgreifen den Brustkorb. Kompressionen ca. 4 cm tief, 5 initiale Beatmungen vorab.
Verschlucken und Erstickung beim Kind
Wenn das Kind nicht mehr husten kann, stumm wird oder blau anläuft:
- 5 Rückenschläge: Kind nach vorne neigen, mit dem Handballen zwischen die Schulterblätter schlagen
- 5 Bauchkompressionen (Heimlich-Manöver)
- Abwechseln bis der Fremdkörper gelöst ist
- Bei Bewusstlosigkeit: CPR beginnen und 112 rufen
Fieberkrämpfe
- Kind vor Verletzungen schützen – nichts in den Mund stecken
- Krampf ausklingen lassen
- Kind auf die Seite drehen
- Bei Krampf länger als 5 Minuten: 112 rufen
Fazit
Kinder brauchen andere Erste-Hilfe-Maßnahmen als Erwachsene – andere Technik, andere Prioritäten, andere Notfallbilder. Wer das weiß und trainiert hat, ist im Ernstfall nicht hilflos.
Weiterführende Artikel: Baby verschluckt sich. AED benutzen. ERC-Leitlinien 2025. Herzdruckmassage Anleitung.
