Die Rettungskette beschreibt die Abfolge von Maßnahmen die nach einem Notfall ineinandergreifen müssen, damit ein Menschenleben gerettet werden kann. Jedes Glied ist gleich wichtig – fällt eines aus, reißt die Kette.
Die 4 Glieder der Rettungskette
1. Früher Notruf
Der Notruf 112 muss sofort abgesetzt werden – parallel zu den Erste-Hilfe-Maßnahmen, nicht danach.
2. Frühe Herzdruckmassage (CPR)
Bei einem Herzstillstand beginnt das Gehirn bereits nach 3 bis 5 Minuten ohne Sauerstoff irreversibel zu sterben. 30 Kompressionen, 2 Beatmungen, Frequenz 100-120 pro Minute, Tiefe 5-6 cm.
3. Frühe Defibrillation
Der häufigste Herzstillstand-Auslöser bei Erwachsenen ist Kammerflimmern. Ein AED erkennt diesen Rhythmus selbstständig und gibt den Schock ab. Jede Minute ohne Defibrillation senkt die Überlebenschance um rund 10 Prozent.
4. Professionelle Weiterbehandlung
Der Rettungsdienst übernimmt die erweiterten Maßnahmen: Medikamente, Intubation, Transport in ein geeignetes Krankenhaus.
Warum ist die Rettungskette so wichtig?
In Deutschland überleben nur etwa 10 Prozent der Menschen einen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses. In Ländern mit hoher Laienhelfer-Quote – etwa Dänemark oder Norwegen – liegt die Überlebensrate bei 30 bis 40 Prozent. Der einzige Unterschied: Dort greift jeder ein.
Weiterführende Artikel: AED benutzen. Erste-Hilfe-Leitlinien 2025. Notruf 112.
